Spielerisch lernen

Eines einmal vorweg, wir lieben spielen. Auch in Seminaren setzen wir Übungen ein, die spielerische Komponenten haben. Sei es als Aktivierungsübung nach der Mittagspause, als Themeneinstieg, als Wiederholung oder als Rollenspiel für eine Gesprächssequenz, spielen wir mit der Gruppe. Komplexe Inhalte – wie zum Beispiel die Erklärung wie ein Optionengeschäft im Bankwesen funktioniert – wurden schon sehr erfolgreich in Form einer Theatersequenz einprägsam und leicht verständlich vermittelt.

Das machen wir seit vielen Jahren und wir haben nie negative Erfahrungen, sondern im Gegenteil nur positive gemacht. Auch anfängliche Skeptiker*innen kommen oft auf den Geschmack und haben viel Spaß und Freude dabei.

Und so kann es sein, dass jemand, der ruhig und eher zurückhaltend ist, plötzlich im Spiel energisch und aufgeweckt wird. Es ist immer wieder faszinierend, das zu erleben. Im Spiel können wir etwas ausprobieren, entdecken wir Neues und uns selbst auf andere Weise. Im Spiel darf Scheitern ohne Gesichtsverlust passieren, können wir aus dem Rahmen treten und vom Alltag abschalten. Wir können unsere Potentiale voll entfalten und erleben Verbundenheit mit anderen. Wir begegnen den anderen auf Augenhöhe.

Piloten und Astronauten lernen spielerisch fliegen, dank der Erfindung und Entwicklung von Flugsimulatoren. Und wem ist es nicht lieber, dass die Ausbildung mittels Simulator und nicht gleich im Echtbetrieb, passiert?

Gamification – ein Trend

Auch Gamification erlebte in den letzten Jahren einen Boom und nicht nur um spielerisch via IT etwas zu lernen. Gamification bedeutet Spieldesign-Elemente in einem nicht spielenden Kontext zu verwenden. Sei es bei der Stadtplanung, dass zum Beispiel ein Mistkübel mit einem Basketballkorb darüber versehen und somit Spaß mit Nützlichem kombiniert wird oder um ein neues Firmenbranding mittels Memoryspiel schneller einprägsam zu machen. Es braucht keinerlei Belohnungssystem, es muss Spaß machen und motivieren, dann wird es zu einer positiven Erfahrung.

Ohne Spielen wären wir nicht lebendig

Eigentlich spielen wir tagtäglich und zwar in unseren Gedanken. Wir stellen uns etwas vor. Das ist übrigens etwas, dass andere Lebewesen nicht können.

Der Hirnforscher Gerald Hüther schreibt in seinem Buch „Rettet das Spiel“ davon, dass ein Leben ohne Gedankenspiele ein Leben ohne Lebendigkeit ist. Ohne Gedankenspiele gäbe es keine Weiterentwicklung und keine Erfindungen. Allerdings sind Ideen und Erfindungen etwas, das nur ohne Druck, so wie beim Spielen, möglich ist.

Ohne Spielen keine Schönheit

Was wäre die Kunst und die Kultur ohne Spielen? Was würden wir nicht alles vermissen, ohne Musik, ohne Theater, ohne Malerei, ohne Tanz …? Denn auch hier wird gespielt, mit Worten, Farben, Tönen und dem Körper.

3 Gründe, die für das Spielen sprechen

Es gibt 3 gewichtige Gründe, warum wir auch im Erwachsenenleben spielen sollten. Die Hirnforschung hat Folgendes festgestellt:

1)    Beim Spielen verlieren wir unsere Angst, da es beim Spielen im Gehirnzentrum, in dem die Angst angesiedelt ist,

zu einer Verringerung des Sauerstoffverbrauchs kommt.

2)    Es entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn, was Ideen fördert.

3)    Das Belohnungssystem im Gehirn ist sehr aktiv, wir erleben Lust und Freude, welche zu Begeisterung und somit

zu mehr Lebensfreude führen kann. Zu einem glücklicherem Leben.

Kooperation statt Konkurrenz

Um die Verbundenheit zu anderen zu stärken, gibt es sogenannte kooperative Spiele. Bei dieser Form des Spiels gibt es keine einzelnen Gewinner*innen oder Verlierer*innen, sondern alle spielen gemeinsam gegen das Spiel. Gewinnt die Gruppe freuen sich alle und verliert die Gruppe, dann heißt es „geteiltes Leid ist halbes Leid“.

Probiert diese Form der Spiele aus. Für uns – und für euch – vorweg schon ausprobiert hat das ein absoluter Spielefreak. Hier ihre Tipps extra für euch zusammengestellt.

Brettspiel-Tipps von „Spieleexpertin“ Frau Mag. Sarah Langer

Kooperative Spiele! 

für Einsteiger*innen:

The Mind – neu https://boardgamegeek.com/boardgame/244992/mind

Hanabi (moderner Klassiker) https://boardgamegeek.com/boardgame/98778/hanabi

für Stressresistente:

Magic Maze https://boardgamegeek.com/boardgame/209778/magic-maze

für Zwei:

Codenames Duet https://boardgamegeek.com/boardgame/224037/codenames-duet

für Viele:

Mysterium https://boardgamegeek.com/boardgame/181304/mysterium

für die ganze Familie:

Die verbotene Insel (für etwas Fortgeschrittene: Die vergessene Stadt, oder: Pandemie) https://boardgamegeek.com/boardgame/65244/forbidden-island

https://boardgamegeek.com/boardgame/30549/pandemic

https://boardgamegeek.com/boardgame/136063/forbidden-desert 

Nicht kooperativ, aber wenig konfrontativ:

für Tetris-Liebhaber: Bärenpark https://boardgamegeek.com/boardgame/219513/barenpark

für Hardcore-Spieler*nnen – neu: Altiplano https://boardgamegeek.com/boardgame/234487/altiplano

An dieser Stelle nochmals vielen Dank, liebe Sarah, für die genialen Tipps und das Interview, das wir am 08.06.2018 auf unserer Facebook-Seite veröffentlicht haben: www.facebook.com/ministeriumfuerhappiness

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